„Welchen Härtegrad brauche ich?“ ist die Frage, die in unseren Filialen am häufigsten gestellt wird. Die Antwort beginnt mit einer Einschränkung: Die Zahl auf dem Etikett sagt weniger, als man denkt.
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Was bedeuten H1 bis H5?
Viele Hersteller kennzeichnen ihre Matratzen mit H1 (sehr weich) bis H5 (sehr fest). Eine verbindliche Norm dahinter gibt es nicht. Jeder Hersteller legt selbst fest, was er H3 nennt, und so kann sich die H3 der einen Marke spürbar fester anfühlen als die H3 einer anderen. Hochwertige Hersteller verzichten deshalb oft auf Zahlen und sprechen von soft, medium und fest. Bei King Koil heißen die Varianten der Continental-Matratzen etwa Metropolitan (medium) und Fairmont (fest), bei Sleep Sense reicht die Auswahl von Dallas (soft) über Atlanta und Charlotte (medium) bis Boston (fest).
Das Körpergewicht ist nur ein Anhaltspunkt
Tabellen, die einem Gewicht einen Härtegrad zuordnen, sind ein Startpunkt, mehr nicht. Zwei Menschen mit 90 Kilogramm können ganz unterschiedliche Matratzen brauchen: Bei einem großen Menschen verteilt sich das Gewicht auf eine längere Fläche, ein kleinerer belastet die Matratze kompakter und braucht mehr Rückstellkraft.
Ihre Schlafposition entscheidet mit
- Seitenschläfer brauchen an Schulter und Becken genug Einsinktiefe, damit die Wirbelsäule gerade bleibt. Eine zu feste Matratze drückt die Schulter nach oben.
- Rückenschläfer liegen meist gut mit einer mittleren, gleichmäßigen Unterstützung.
- Bauchschläfer sollten darauf achten, dass das Becken nicht zu tief absinkt, sonst entsteht ein Hohlkreuz.
Wer die Position im Lauf der Nacht wechselt, und das tun die meisten, sucht einen Härtegrad, der in beiden Lagen funktioniert.
Fest heißt nicht hart
Ein häufiges Missverständnis: Wer eine feste Matratze wählt, liegt auf einem Brett. Bei hochwertigen Matratzen ist das nicht so. Der Federkern stützt kräftig, die Polsterung darüber gibt trotzdem nach. Umgekehrt bedeutet weich nicht durchhängen: Eine gute weiche Matratze lässt Schulter und Hüfte einsinken und hält den Rest des Körpers.
Kurz gefasst finden Sie die Unterschiede auch in Soft, Medium oder Firm und in Die Matratze: hart oder weich?.
Für H1 bis H5 gibt es keine verbindliche Norm. Vergleichen lässt sich nur im Liegen.
Beim Boxspringbett zählt das ganze System
Im Boxspringbett arbeitet die Matratze nicht allein. Der gefederte Unterbau nimmt einen Teil der Last auf, der Topper bestimmt, wie sich die Oberfläche anfühlt. Dieselbe Matratze kann sich auf einem Boxspring weicher anfühlen als auf einem Lattenrost. Und ein Topper kann ein zu festes Bett nachträglich weicher machen, ohne dass die Matratze getauscht werden muss. Mehr dazu im Ratgeber Topper.
Zwei Menschen, zwei Härtegrade
Schlafen Paare unterschiedlich, muss sich niemand mit einem Kompromiss arrangieren. In einem Boxspringbett lassen sich zwei Matratzen in verschiedenen Härtegraden kombinieren und optisch zu einem Bett verbinden. Wie das funktioniert, beschreibt Ein Bett für zwei.
So testen Sie richtig
- Nehmen Sie sich Zeit: zehn Minuten je Matratze, nicht dreißig Sekunden.
- Liegen Sie in Ihrer gewohnten Schlafposition, nicht auf dem Rücken mit verschränkten Armen.
- Lassen Sie jemanden von der Seite schauen, ob Ihre Wirbelsäule gerade liegt.
- Vergleichen Sie direkt: erst fest, dann weich, dann die Mitte.
- Bringen Sie Ihr Kopfkissen mit, wenn Sie daran gewöhnt sind.
Ein paar Tage Umgewöhnung sind nach dem Kauf normal, gerade wenn die alte Matratze durchgelegen war. Warum, erklärt Die ersten Nächte im neuen Bett.
Häufige Fragen
Welcher Härtegrad ist der häufigste?
Medium bzw. H3 wird am häufigsten gekauft. Das heißt aber nur, dass er für viele passt, nicht, dass er für Sie passt.
Kann ich den Härtegrad später ändern?
Begrenzt: Mit einem Topper lässt sich die Oberfläche weicher machen. Den Federkern selbst ändert er nicht.
Sind Härtegrade verschiedener Marken vergleichbar?
Kaum. Es gibt keine verbindliche Norm, deshalb hilft nur der direkte Vergleich beim Probeliegen, zum Beispiel in einer unserer Filialen mit einem Beratungstermin.


